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Presse
23.04.2014, 06:00 Uhr | Südkurier, 23.04.2014
Im Bahnhof Therme steckt Potenzial für Anwohner und Bahnreisende
Überlingen - CDU-Ortsverein startet Überzeugungsarbeit für eine Modernisierung des Bahnhofs. Bahnexperte Jean-Christophe Thieke weist auf Verbesserungen im gesamten Angebot hin. Dass der Bahnhof für die Bahn von strategischer Bedeutung ist, müsse Überlin
Nur etwa 300 Fahrgäste pro Tag zählt der Bahnhof Therme an Ein- und Aussteigern. Zum Vergleich: Am Bahnhof Mitte sind es rund 2500. Die Zahl der Fahrgäste könnte nach Expertenmeinung erheblich steigen, wenn das fußläufig erreichbare Einzugsgebiet des Bahnhofs Therme größer und das Bahnangebot insgesamt besser wäre. Nach Ansicht des CDU-Ortsvereins gelingt dies auch, und zwar mit diesen Maßnahmen: Erstens einer Modernisierung des Bahnhofs, einhergehend mit einem optimierten Betriebsablauf und kürzeren Schrankenschließzeiten. Zweitens der Schaffung eines Zugangs von Norden her und dem Bau einer Fußgängerüberführung, womit der beschränkte Gang über die Gleise Geschichte wäre.
Ortstermin am Bahnhof Therme in Überlingen mit Bahnexperte Jean-Christophe Thieke (vierter von links), Baubürgermeister Matthias Längin und Gemeinderäten (von links): Raimund Wilhelmi, Lothar Fritz, Udo Pursche, Thieke, Günter Hornstein, Lothar Thum, Robe
Die CDU sieht weitere Vorteile: Bessere Anschlüsse, weniger Verspätung, ein attraktiveres Bahnangebot. Im Bahnhof Therme stecke großes Entwicklungspotenzial. Zu keiner anderen Zeit als zwischen jetzt und 2020 gebe es bessere Argumente. Nicht nur wegen der Landesgartenschau.

Die Zusammenhänge könne ein Laie zunächst nicht erkennen, räumte CDU-Fraktionschef Günter Hornstein ein. Er sei deshalb froh, in den Reihen der CDU einen Fachmann zu haben, der dieses Potenzial entdeckt und benennt: Jean-Christophe Thieke aus Uhldingen-Mühlhofen, als Verkehrsplaner bei der Bahn in der Schweiz beschäftigt, er ist Mitglied im Arbeitskreis Verkehr und Infrastruktur des Bodenseekreises und in der Arbeitsgruppe Verkehr des internationalen Bodenseerates. Thieke stellte fest: „Am Bahnhof Therme herrscht immer noch ein Betriebsablauf wie vor 100 Jahren.

“ Dass ein Mitarbeiter im Stellwerk die Schranken von Hand kurbelt, sei fast einmalig im Land. Jedoch nicht dieser Umstand, sondern dass der Bahnsteig an Gleis 1 so kurz ist, behindere den Verkehr auf ganzer Linie. „Daran etwas zu ändern, das kostet Geld und braucht Argumente.“ Zunächst sei das Land als Besteller von Zügen zu überzeugen. Dann, gemeinsam mit dem Land, müssten die verantwortlichen Unternehmen DB Netz/DB Station&Service überzeugt werden.

Für den Gesamtbetrieb Bahn ist der Bahnhof Therme von strategischer Bedeutung. Denn auf der Strecke zwischen Ludwigshafen und Oberuhldingen gebe es nur hier eine Kreuzungs- und Überholmöglichkeit für Züge. Auch für den Fall, dass zur Gartenschau 2020 Sonderzüge eingesetzt werden, brauche es den verlängerten Bahnsteig, sagte Thieke. Auch das dritte Gleis sei dauerhaft nötig.

Bahntechnisch mache eine Modernisierung am Bahnhof Therme mehr Sinn als an jedem anderen Bahnhof zwischen Lindau und Singen. Diesen Umstand müsse Überlingen für sich nutzen und jetzt mit der Überzeugungsarbeit starten.
 
Längerer Bahnsteig nötig
Da die heute nutzbare Länge des Bahnsteigs am Gleis 1 in Überlingen Therme mit 54 Metern (Bahnsteigbeginn bis Ausfahrtssignal) zu kurz für die Züge ist, müssen alle Züge aus Richtung Radolfzell zum Halten auf Gleis 2 oder 3 einfahren. Aus Sicherheitsgründen können kreuzende Züge aus Richtung Friedrichshafen jedoch erst in den Bahnhof Überlingen einfahren, wenn die Züge aus Radolfzell auf Gleis 2 oder 3 bereits eingefahren sind. Das heißt, der IRE nach Basel startet in Überlingen (Mitte) erst, wenn die RB aus Radolfzell im Bahnhof Therme steht. Das verzögert die Kreuzungsdauer und die Schrankenschließzeit am Bahnübergang Ost um gut 2 Minuten.

Würde der Bahnsteig an Gleis 1 um mindestens 35 Meter verlängert, so könnten die RB-Züge aus Radolfzell alle auf Gleis 1 einfahren. Da das Signal dort ausreichend weit von der nächsten Weiche steht, könnten die Züge aus beiden Richtungen gleichzeitig einfahren. Dies würde es ermöglichen, den Zug aus Radolfzell etwa 2 Minuten später als heute einfahren zu lassen, ohne dass der Zug aus Friedrichshafen verspätet wird. Dies wiederum würde in Radolfzell einen stündlichen statt zweistündlichen Anschluss vom Seehas aus Konstanz ermöglichen. (Quelle: J.-C. Thieke)

aktualisiert von Jean-Christophe Thieke, 02.05.2014, 20:09 Uhr
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